Stellungnahme zum Ausschluss von Transpersonen von geschlechtsspezifischen Turnieren im Dartsport

Zum Beschluss der Darts Regulation Authority vom 09.04.26

Der ADV Zebras Berlin e.V. verurteilt die Mitteilung der Darts Regulation Authority (DRA) vom 09.04.26 zur Einstufung des Dartsports als “gender-affected sport“ und den daraus folgenden Ausschluss von Transpersonen von geschlechtsspezifischen Dartturnieren innerhalb aller relevanten Dartorganisationen aufs Schärfste.

Dass die DRA sich in ihrer Stellungnahme auf lediglich eine einzige „expert scientific opinion“ und nicht auf angemessene wissenschaftliche Studien stützt und zudem ein sportartfremdes Gerichtsurteil zitiert, ist äußerst bedenklich und darf nicht einzige Grundlage einer solchen Entscheidung sein.

Wir kritisieren die Darstellung dieser „Expertenmeinung“ als evidenzbasierte Aussage und verlangen, dass der Bericht von Dr. Emma Hilton zeitnah in vollständiger Länge und mit Quellenangaben veröffentlicht wird.

Die von der DRA präsentierten stichpunktartigen Auszüge entbehren wissenschaftlichen Grundlagen, auf die sich die DRA zuvor immer berufen hat und in ihrer Funktion als unabhängiges Kontrollorgan auch berufen muss.

Wir sind fassungslos, dass bei dieser sensiblen Thematik mit Dr. Emma Hilton ausgerechnet eine Wissenschaftlerin zu Rate gezogen wurde, die nicht nur als Biologin, sondern auch als Anti-Transgender-Aktivistin bekannt ist. Dr. Hilton ist in der Vergangenheit mehrfach mit offen transphoben Aussagen und Publikationen aufgefallen und wir erwarten, dass dieser Aspekt in der Berichterstattung nicht verschwiegen wird.

Mit der exklusiven Beauftragung von Dr. Hilton macht sich die DRA in ihrem Anspruch, inklusiv und offen für Vielfalt zu sein, unglaubwürdig.

Bis zum Vorliegen angemessener Studien vertreten wir weiterhin uneingeschränkt die Position, dass geschlechtsspezifische Körpermerkmale bei der Ausübung unseres Sports keinen Einfluss nehmen.

Der Verweis auf angebliche Vorteile für “biologisch männliche Sportler” hinsichtlich ihrer durchschnittlichen Körpergröße und Muskelmasse erscheint regelrecht absurd, wenn man körperliche Merkmale der historisch wie aktuell erfolgreichsten Sportler betrachtet.

In unseren Augen sind vielmehr generell sozial unterrepräsentierte Personengruppen innerhalb des Dartsports benachteiligt und in ihrer Entwicklung gehemmt – dies macht die Existenz von gruppenspezifischen Wettbewerben überhaupt erst notwendig. Die Förderung von benachteiligten Gruppen sollte gegenüber einer Unterscheidung nach biologischen Merkmalen im Vordergrund stehen.

Wir appellieren an alle Amateursportler*innen, Sportvereine und -verbände, bei dieser Thematik nicht wegzuschauen. Das Verhalten der DRA sowie die Rückendeckung, die diese von der PDC und PDPA erhalten hat, ist in unseren Augen ein großer Skandal.

Als gemeinnütziger Sportverein legen wir Wert auf eine Gesellschaft, die frei von Sexismus und Transphobie ist. Wir setzen uns weiterhin für entsprechende sportliche Rahmenbedingungen ein, die jede*r Athlet*in im Breitensport wie auch professionellen Sportbetrieb vorfinden sollte.

Dart ist für alle da!

Quellen:

DRA: https://www.thedra.co.uk/news

PDPA: https://pdpa.co.uk/dra-policy/

PDC: https://www.pdc.tv/news/2026/april/09/statement–dra-eligibility-policy-update/

Dartsnews: https://dartsnews.de/pdc/van-leuven-mit-sofortiger-wirkung-von-der-teilnahme-an-frauenturnieren-der-pdc-ausgeschlossen-verband-ubernimmt-neue-richtlinien-zur-zulassung-von-transgender-personen

Transgender Map: https://www.transgendermap.com/issues/biology/emma-hilton/


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